Die Königsklasse der Senioren gehört Torsten Becker

Drei Gold-, zwei Silbermedaillen und eine Bronzemedaille für die Spielerin
und die Spieler des TTV bei den Südwestmeisterschaften

von Heinz Lambert

Mit herausragenden Erfolgen kehrten unsere Seniorin und unsere Senioren von den Südwestdeutschen Meisterschaften, die am vergangenen Wochenende in Rheinböllen im Rheinland ausgetragen wurden, zurück.
Allen voran Torsten Becker, der das Einzel der Königsklasse, sprich den Wettbewerb der S 40 Herren gewann.

Das Finale hätte man auch zu Hause in der Löwensteinhalle ausrichten können, kam es doch hier zum Aufeinandertreffen der TTV-Spitzenspieler Torsten Becker und Dirk Keller. Es war einmal mehr eines jener Spiele an dessen Ende man sich fragt warum es in unserem Sport eigentlich kein Unentschieden gibt.

Nach zwei Durchgängen sah sich Dirk Keller schon auf die Siegerstraße einbiegen, nachdem er sich durch ein 11:9 und 11:7 einen 2:0-Satzvorsprung herausgespielt hatte. Doch Torsten Becker zeigte nicht nur die ihm eigene spielerische Klasse, sondern stand Keller auch in Bezug auf Kampfgeist und Motivation nichts nach.
So schaffte er in der Verlängerung des dritten Satzes mit 12:10 den Anschluss und Dank eines 11:7 im vierten Set sogar den Ausgleich. Alles begann fast wieder bei null, waren beide Akteure doch auch nach dem Zusammenzählen aller gespielten Punkte gleich.

Diese Parität hielt bis zum 10:10 im fünften Satz an, ehe Becker zwei Zähler in Folge verbuchte und so doch noch als Sieger vom Tisch ging.
Des einen Freud, des anderen Leid. Nach diesem Match von einem Besseren zu sprechen verbietet sich geradezu, waren doch beide auf höchstem Niveau gleich gut. Es bedarf aber nun auch im entscheidenden Durchgang dem Abstand von zwei Punkten um einen Sieger zu ermitteln.

Mit Peter Schäffer hatte auch der dritte TTV-Starter in dieser Altersklasse die KO-Runde erreicht. Wie Becker und Keller ging Schäffer als ungeschlagener Gruppensieger aus der Vorrunde hervor, musste sich im Viertelfinale aber recht deutlich in drei Sätzen dem für den rheinländischen VfR Simmern spielendenden Joachim Baustert geschlagen geben. In der Platzierungsrunde sicherte er sich immerhin noch den fünften Rang.

Nachdem Dirk Keller gegen den Westpfälzer Jörg Kraus (SV Mörsbach) kampflos weiterkam, „rächte“ er im Halbfinale seinen Clubkameraden Schäffer, in dem er Baustert in drei Sätzen doch einigermaßen klar auf Distanz hielt.

Torsten Becker hatte in der Runde der besten Acht mit dem Westerwälder Ralf Holzmann vom ASV Niederelbert in drei Durchgängen keinerlei Probleme. Auch der Saarländer Jürgen Braun von der DJK Heusweiler konnte ihm in der Vorschlussrunde keine entscheidenden Hürden in den Weg stellen. Erneut triumphierte Becker mit 3:0 um anschließend seine famose Tagesleistung mit dem Meistertitel zu krönen.

Dass die Kombination Becker/Keller in dieser Saison im Doppel eine Bank ist, stellte sie auch bei den regionalen Titelkämpfen unter Beweis.
Seite an Seite bezwangen sie im Finale das Duo Baustert/Braum mit 3:0 Sätzen. Wie knapp die Entscheidung dennoch war, belegt die Tatsache dass sowohl der erste, als auch der dritte Satz erst in der Verlängerung mit 13:11 bzw. 14:12 an die Südpfälzer ging.
Der zweite Durchgang sprach mit 11:3 hingegen eine deutliche Sprache zu Gunsten des TTV-Dreamteams.

Peter Schäfer konnte sich mit seinem saarländischen Partner Markus Dreier (TV Merchweiler) im Viertelfinale mit 3:1 gegen Ralf Holzmann und dessen mit ihm eingespielten Vereinskameraden Manfred Schneider durchaus überraschend behaupten.
Im Halbfinale hielt das zusammengewürfelte Duo dann gegen Bausert/Braun nur noch beim 13:15 im ersten Satz mit. Es folgte zwei Mal ein klares 4:11. Doch es sollte die nicht der Frust über die Niederlage, sondern die Freude über den Gewinn der Bronzemedaille vorherrschen.

Einen starken Auftritt lieferte auch Detlef Gäßler, der in der S 50-Konkurrenz bis ins Endspiel vordrang und sich erst dort dem schon im Vorfeld favorisierten Saarländer Andreas Koch vom Regionalligisten TTF Besseringen nach einem mit 11:8 gewonnenen ersten Satz noch mit 9:11, 5:11 und 9:11 geschlagen geben musste.

Im Halbfinale hatte der Abwehrspezialist im pfalzinternen Duell mit Rolf Ludwig vom TTV Mutterstadt nach 1:2-Satzrückstand noch knapp die Oberhand behalten.
Auch in der Runde der besten Acht kämpfte er den Zweitligaerfahrenen Alexander Krießbach vom rheinhessischen TV Leiselheim in fünf Sätzen nieder.
Das KO-Feld hatte Gäßler als Gruppenzweiter erreicht, nachdem er zunächst zwei Spiele für sich entschied, dann aber gegen Dirk Lauer von den TTF Besseringen beim 0:3 doch zumeist auf verlorenem Posten stand.

Silber wurde ihm dann auch am Ende des Doppelwettbewerbes überreicht.
Mit Peter Beranek von den TTF Frankenthal harmonierte er trotz unterschiedlicher Spielsysteme recht gut und zog ins Endspiel gegen Andreas Koch und dessen Saarländischen Mitspieler Klaus Schwarz vom TTC Oberwürzbach ein.
Nach dem 9:11 im ersten Satz witterten die Pfälzer mit dem 11:4 in zweiten Durchgang Morgenluft, doch trotz aller Gegenwehr sollte es nicht reichen.
Die Saarländer behielten in den Sätzen drei und vier mit 11:8 bzw. 11:9 die Oberhand.
In der Vorschlussrunde hatten sich Gäßler/Beranek mit 3:1 gegen Alexander Krießbach und den Rheinhessen Christian Oder von der TTSG Selztal behauptet.

Musste sich Karin Horstmann im Einzel der Damen S 70 nach nur einem Sieg und vier Niederlagen noch mit dem fünften Platz zufrieden geben, zog sie im Doppel das große Los.
An der Seite ihrer saarländischen Partnerin Renate Schiestel-Eder von der TTG Rohrbach-St. Ingbert, gewann sie gegen die pfälzische Kombination Johanna Steidl (1.TTC Frankenthal)/Edith Umhof (TTC Insheim) knapp mit 3:2.
Da Steidl/Umhof auch gegen die mehrfache Deutsche Seniorenmeisterin Hannelore Dillenberger vom rheinländischen TuS 04 Himmighofen und deren Partnerin Marianne Engelhardt von der ebenfalls im Rheinland beheimateten TTG Zinnau/Nister verloren, kam es zu einem echten Endspiel.

Dass eine gute Spielerin nicht immer ausreicht, um ein Doppel erfolgreich zu bestreiten, bewies das Endspiel.
Einzelsiegerin Dillenberger hatte mit Engelhardt die Sechstplatzierte des Einzels zur Seite, die sie auch aus Wettbewerveb im Rheinland und überregional bestens kennt. Die Drittplatzierte Schiestel-Eder und die Fünftrangige Karin Horstmann kennen sich zwar ebenfalls seit Jahren, aber keineswegs als Doppelpartnerinnen am Tisch. Dennoch harmonierten beide, obwohl null eingespielt, deutlich besser als ihre Kontrahentinnen.

Nachdem sie sich den ersten Satz mit 11:8 gesichert hatten, deklassierten sie ihre Gegnerinnen im zweiten Durchgang mit 11:2. Auch das mit 9:11 verloren gegangene dritte Set konnte das kongeniale pfälzisch-saarländische Duett nicht stoppen.
Mit 11:7 ging der Titel an Karin Horstmann und Renate Schiestel-Eder.
Damit hatte im TTV-Lager nun wirklich niemand gerechnet. Ein toller Erfolg.

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1 Comment

  1. Renate Schiestel-Eder

    Lieber Sportkamerad,

    vielen Dank für den wohlwollenden Bericht über den Doppelerfolg von Horstmann und meiner Wenigkeit. Dramaturgisch war die gewählte Reihenfolge der Spiele zwar sehr geschickt, aber nicht korrekt.
    Frau Horstmann und ich spielten in der ersten Begegnung gegen Dillenberger/Engelhard,
    die bekanntermaßen 3:1 für uns endete, die Analyse des Spiels ist völlig korrekt.
    Danach verloren Steidl/Umhof 3:0 gegen Dillenberger/Engelhard. Das tatsächliche Endspiel fand also statt gegen Steidl/Umhof gegen Horstmann/ Schiestel-Eder. Wir durften nur 2 Sätze verlieren, um Erster zu werden, was bei einem 0:2 Rückstsnd
    bereits ausgeschöpft war. Karin spielte sensationell und mäßigte mein Ungestüm mit der Bemerkung: wir müssen etwas ruhiger agieren, was sich als sehr erfoglreich zeigte, denn
    wir gewannen die notwendigen drei Sätze, u.a. auch dass ich ausnahmsweise fast alle Angriffsbälle traf. Karin aber setzte absolute Glanzpunkte mit ihrem unwiderstehlichen Rückhandschuss, es war eine Freude, mit ihr zu spielen.

    Viele Grüße

    Renate Schiestel-Eder

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